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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Wirbel um ein schwarzes Loch

Was wie ein Bauchnabel mit unbestimmter Tiefe aussieht ist das Ergebnis eines vorangegangenen Sandsturms in einer Dünenlandschaft. Nachdem sich der Sturm gelegt hatte blieb ein ästhetisch ansprechendes Bild zurück, das eher an eine moderne Grafik erinnert als an eine unwirtliche Landschaft. Die Schatten, die die Sandrippel beranden und auf diese Weise besonders hervorheben, verraten, dass die Aufnahme bei tiefstehender Sonne gemacht wurde. Auch die durch den wirbelnden Wind ausgehobene Vertiefung wird von der Sonne nicht erreicht und kann daher als schwarzes Loch bezeichnet werden. Unter einem schwarzen Loch stellt man sich heute (physikalisch gesehen) etwas ganz anderes vor – einen Himmelskörper dessen Masse in einem so kleinen Volumen untergebracht ist, dass es eine extrem hohe Gravitationskraft entfaltet. Sie ist so hoch, dass selbst Licht diesen Bereich weder verlassen noch ihn durchlaufen kann.
Die Schwärze unseres Schwarzen Lochs resultiert hingegen daher, dass das Licht den Bereich gar nicht erst erreicht.

Vor einiger Zeit habe ich ein ähnliches Foto gezeigt, das allerdings die Tiefe nur vortäuscht.

Diskussionen

12 Gedanken zu “Wirbel um ein schwarzes Loch

  1. Unlängst gelesen, daß es verschiedene Schwarz gibt. Abgrundtiefes Schwarz sozusagen an der einen Seite.
    Hier dürfte doch von den Sandrippen einges Licht auch ins „schwarze Loch “ hineingestreut worden sein oder?

    Verfasst von kopfundgestalt | 5. November 2020, 00:13
    • Absolutes Schwarz würde bedeuten, dass alles einfallende Licht absorbiert wird. Im vorliegenden Fall wird das Schwarz eher durch die Belichtungsenstellung der Kamera bestimmt. Das Auge, das seine „Belichtung“ ständig durch die Öffnung der Pupille anpasst würde in dem Loch alles erkennen.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 5. November 2020, 09:00
  2. Zum Verständnis der physikalischen „schwarzen Löcher“ fehlt mir nach wie vor ein Baustein. Vermutlich habe ich nicht wirklich begriffen, was Masse ist und warum sie als solche überhaupt eine Anziehungskraft hat. Das schwarze Loch auf dem Foto jedoch sieht für mich gar nicht aus wie ein Loch. sondern wie ein auf dem Sand liegender ovaler Stein.

    Verfasst von christahartwig | 5. November 2020, 10:04
    • Um zu beantworten warum sich Massen anziehen, müsste man die allgemeine Relativitätstheorie bemühen. Aber auch dadurch wird die Frage letztlich nur verlagert, was typisch für „Warum“- Fragen ist und schließlich in die Metaphysik führt. Wir gehen also davon aus DASS Massen sich anziehen, wie jeder weiß, der schon mal hingefallen ist. Die Physik untersucht dann genauer, WIE sie sich anziehen.
      Bei der zweidimensionalen Darstellung dreidimensionaler Gegenstände (Malerei, Fotografie) wird der Mensch letztlich stets getäuscht. Die Täuschungen sind dabei zuweilen von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Das erklärt, dass dein Wahrnehmungssystem das zweidimensionale Bild anders interpretiert als die meisten anderen. Vielleicht liegt es daran, dass du einen solchen Wirbel noch nie in echt gesehen hast.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 5. November 2020, 11:17
      • Vielleicht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich kein dreidimensionales Sehen habe. Das allerdings musste ein Augenarzt mir erst einmal beweisen, denn ich bilde mir ein, durchaus dreidimensional zu sehen.

        Verfasst von christahartwig | 5. November 2020, 13:07
      • Das hättest du längst gemerkt, z.B. beim Einfädeln eines Fadens in eine Nadel oder ähnlichen alltäglichen Verrichtungen, bei denen es auf die richtige Einschätzung der Entfernung im Nahbereich gilt.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 5. November 2020, 13:37
      • Das habe ich für Ungeschicklichkeit gehalten und Handarbeiten gehasst.

        Verfasst von christahartwig | 5. November 2020, 14:01
      • Trotzdem, irgendwie fällt es mir schwer zu glauben, dass man mit zwei Augen gut durchs Leben kommt und trotzdem nich 3D sehen kann.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 5. November 2020, 16:16
      • Ich kann Dich beruhigen. Ich bin gut durchs Leben gekommen, sogar Auto fahrend. Bremswege lassen sich offenbar leichter berechnen als der Abstand zwischen einem Nadelöhr und einem Fadenende. Und zurzeit sehr wichtig: Ich kann den Abstand von mindestens 1,5 Metern besser einschätzen als viele andere Leute. *grins*

        Verfasst von christahartwig | 5. November 2020, 19:04
      • Das ist eindrucksvoll. Du hast offenbar intuitives Erfassen von Räumlichkeiten durch Training ersetzt. Bewundernswert. Da kann man dann gern mal in Kauf nehmen, dass man auf Bildern Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung hat. 🙂

        Verfasst von Joachim Schlichting | 5. November 2020, 19:44
  3. Was für ein tolles Photo- mal wieder👍🏼😍

    Verfasst von ele21 | 5. November 2020, 17:44
  4. Vielen Dank! Ich staune auch immer wieder darüber, was aus lockerem Sand vom Wind gestaltet werden kann. 🙂

    Verfasst von Joachim Schlichting | 5. November 2020, 18:21

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